Ein Buch zu den theoretischen Grundlagen und zur Geschichte der ökonomisierten Gesellschaft: Wie eine kleine Gruppe von Ökonomen die Denkfigur „des Marktes“ erfunden hat, warum das ein Mythos ist, wie das in der heutigen Lehrbüchern der Volkswirtschaftslehre eingedurngen ist und welche Auswirkungen das auf die Gesellschaft hat.

Mythos Markt, Mythos Neoklassik. Kritik des Marktfundamentalismus

Die gegenwärtige Gesellschaft kann als ökonomisiert verstanden werden. Viele Bereiche der Gesellschaft, die früher eigenen Regeln gefolgt sind, haben sich einer wirtschaftlichen Effizienzlogik unterworfen. Die Ökonomik hat damit den Status einer gesellschaftlichen Leitwissenschaft errungen. Das vorliegende Buch beschreibt und kritisiert die Transformation der Ökonomik in eine Wissenschaft von „dem Markt“ (in der Einzahl).

Hintergründe im Blogbeitrag: Wir wollen eine schönere Zukunft

Dieses Konzept wird u.a. (a) wie eine Person gedeutet (z.B. in Redewendungen, wie „Der Markt betraft die Politik“), (b) mit „Kräften“ ausgestattet („Wir können den Selbstheilungskräften des Marktes vertrauen“) und (c) mechanistisch gedacht (das Reden von den „Marktmechanismen“). Theorien, die einen solchen Marktbegriff verwenden, werden als „marktfundamental“ bezeichnet. Dieser Begriff wird im Buch anhand von 100 Basisätzen definiert.

Info beim Verlag

Im Buch wird

  1. die Entstehungszeit des Marktfundamentalismus und des darin entfalteten Konzeptes von „dem Markt“ geschildert: Wer dieses Konzept erfunden hat, welches Denkkollektiv damit entstanden ist, welche Aspekte „den Markt“ ausmachen und was mit diesem Begriff intendiert war;
  2. das wichtigste Modell, in dem dieser Ansatz heute breitenwirksam vermittelt wird umfangreich kritisiert: Es ist dies der Angebots-Nachfrage-Ansatz, wie er in den einführenden Lehrbüchern der neoklassischen Mikroökonomie unterrichtet wird;
  3. wichtige Folgen aus dem Denken „des Marktes“ diskutiert: welche praktischen Auswirkungen „der Markt“ für die Wirtschaftspolitik, für die Politik und die Gesellschaft insgesamt ausübt und welche Gefahren vom Bild „des Marktes“ ausgehen.

Das Argument wird auf drei Ebenen entwickelt:

  1. Historisch: die Entstehung des Ansatzes, die Kontexte und Hintergründe dabei und einige geschichtlichen Folgewirkungen.
  2. Theoretisch: was die Theorien, die das Konzept „des Marktes“ verwenden, auszeichnet, insbesondere die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Standardmodell der Neoklassik, das in den führenden Lehrbüchern zu finden ist.
  3. Diskursanalytisch: wie „der Markt“ von Medien und in der Politik verwendet wird und welche Folgen daraus resultieren.

Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Kapitel 1: Die 50 Basissätze des Marktfundamentalismus

  • Die Krise des Liberalismus
  • Die zweigeteilte Wel
  • Der binäre Code „des Marktes“
  • Die Polysemie „des Marktes“
  • Der Mensch „des Marktes“
  • Die Wissenschaft „des Marktes“

Kapitel 2: „Der Markt“ bei Hayek

  • Hayeks Intention
  • Hayeks Mythos von der Entstehung „des Marktes“
  • Die Freiheit „des Marktes“
  • Das Wissen „des Marktes“
  • Die Über-Ordnung „des Marktes“
  • Die Politik „des Marktes“

Kapitel 3: Vom Konzept „des Marktes“ zur Politik „des Marktes“

  • Geschichtliche Fragestellungen
  • Erste internationale Netzwerke
  • Das Walter-Lippmann-Kolloquium
  • Hayek und die Chicago School
  • Die Mont Pèlerin Society
  • Theorien der Propaganda: Walter Lippmann
  • Theorien der Propaganda: Friedrich Hayek
  • Die Organisation von Propaganda
  • Die Eroberung der Politik

Kapitel 4: Neoklassischer Marktfundamentalismus

  • Neoklassik und Marktfundamentalismus
  • Lehrbücher „des Marktes“
  • Unterricht für die nächste Generation „des Marktes“
  • Die Ikone „des Marktes“
  • Modell-Denken
  • Methode und Politökonomie bei Milton Friedman
  • Von der Gesellschaft zum „Markt“
  • Logik und Mythos im neoklassischen Marktfundamentalismus
  • Neoklassik und Kalter Krieg
  • Ökonomische und politische Logik
  • Die Politik wird zum Markt
  • Demokratiekritik aus der Logik „des Marktes“
  • Duale Denkweisen im Kalten Krieg

Kapitel 5: Die Automatenwesen „des Marktes“

  • Neoklassik, Computer und Kalter Krieg
  • Der Mensch als Computer
  • Die Innen-Welt einer Maschine
  • Computer-Innerlichkeit
  • Nutzen von was?
  • Ein grundlegender Kategorien-Fehler
  • Soziale Güter
  • Ökonomische „Fakten“
  • Selbstbild und Moral
  • Bewusstlos, aber eindeutig
  • Neoklassische Rationalität

Kapitel 6: Das neoklassische Phantombild der Unternehmung

  • Die Computer-Firma
  • Reale Firmen
  • Die Firma als technisches Labor
  • Was „weiß“ eine neoklassische Firma?
  • Die Firma als Maschine
  • Erfundene Produktion
  • Nutzen- und Technik-Feld: eine surreale Beziehung
  • Der Handelswert des Menschen
  • Gespenster-Labor-Firmen
  • Eine Unternehmung ohne Unternehmer

Kapitel 7: Neoklassische Markt-Theorie

  • Sozialfreie Informationen
  • Der Markt-Computer
  • Der neoklassische Markt als optimales Informationssystem
  • Schnell wie ein Gedanke
  • Die Simulation schlägt die Realität
  • Isolierte Gemeinsamkeit
  • Der perfekte Markt-Computer
  • Der Zentralcomputer „des Marktes“
  • Wofür stehen die Markt-Computer?
Die Effizienz „des Marktes“
  • Die erdachte Person „des Marktes“
  • Eine Welt ohne Geld
  • Eine Welt ohne Zeit
  • „Der Markt“ ist instabil …
  • Die ehernen Gesetze „des Marktes“
  • Die beste aller Welten
  • Neoklassische Wirtschaftspolitiken „des Marktes
  • Kapitel 8: Die Wirkungsmacht „des Marktes“
  • Warum überlebt die Lehrbuchökonomie?
  • Der unwissende Mensch
  • Wissen und Wissenschaft angesichts „des Marktes“
  • Marktnahes und marktfernes Wissen
  • Wer darf für „den Markt“ sprechen?
  • Die Neoklassik wird marktfundamental
  • Das Nichtwissen der Lehrbücher
  • Das Nichtwissen der Gesellschaft
  • Krisen wissen
  • Falschwissen im Namen „des Marktes“
  • „Der Markt“ schlägt die Natur
  • Von der Finanzkrise zur Krise der Parteiendemokratie
  • Der Überwachungskapitalismus
  • Der Rechtspopulismus als neue Version des
  • Marktfundamentalismus
  • Der Mythos „des Marktes“ und der Mythos „des Volkes“
  • Ausblick …

Abbildungsverzeichnis

Liste der marktfundamentalen Aussagen

  • Die 50 Basisaussagen des Marktfundamentalismus
  • Aspekte des neoklassischen Marktfundamentalismus

Literaturverzeichnis …………………………………………………………………….. 577

Danksagung, Personenregister, Sachregister

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